Vor 100 Jahren gab es … ganz viel Schoki – Booktalk zu „Die Schokoladenvilla“

Wisst ihr was?
🎶 It’s beginning to look a lot like Christmas … 🎶
Und deshalb fange ich langsam an, ein paar „saisonale“ Bücher zu lesen. Okay, nein. Ich lese schon seit zwei Monaten Weihnachtsbücher. Aber egal.

Bildergebnis für die schokoladenvilla

Worum es jetzt gehen soll?
SCHO-KO-LA-DE – logisch. Ich darf euch jetzt nämlich „Die Schokoladenvilla“ von Maria Nikolai vorstellen, einen der wenigen historischen Romane, die ich lesen und wirklich feiern kann – gut, vielleicht hab ich auch einfach noch nicht genug gute historische Romane gelesen.

Dieser hier spielt auf jeden Fall größtenteils im Jahr 1903 in Stuttgart. Im Fokus des Buches steht die fünfköpfige Familie Rothmann. Der Vater ist Inhaber einer angesehenen Schokoladenfabrik, die Mutter hat sich in den Süden abgesetzt, da sie ein Nervenleiden hat, und die 21-Jährige Judith führt an ihrer Stelle den Haushalt und kümmert sich um ihre achtjährigen Brüder Karl und Anton, die genau so sind, wie man sich freche Achtjährige im 20. Jahrhundert so vorstellt. Genau, sie machen jede Menge Mist.
Hauptfigur ist aber eigentlich größtenteils Judith, die davon träumt, die Fabrik zu übernehmen, auch wenn sie als Frau nicht viele Rechte hat – das Wahlrecht für Frauen wurde zum Beispiel erst vor 101 Jahren eingeführt (Ein paar Sätze dazu: *klick*)
Wie dem auch sei, statt in der Fabrik ihres Vaters helfen zu dürfen, eröffnet ihr Vater ihr, dass sie heiraten muss.
Aber da ist Victor Rheinberger, den sie irgendwie sehr anziehend findet, und das ist nicht alles…
Ein Stein gerät ins Rollen, der nicht so einfach zu stoppen ist…


 

Okay, vielleicht merkt man ein bisschen, wie ich mich in dieses Buch verliebt habe. Auch wenn ich ein paar Kritikpunkte habe, hat es mir alles in allem wirklich, wirklich gut gefallen und ich bin meeega gespannt auf den zweiten Band der Familiensaga. 😀 (Der übrigens vor ein paar Wochen erschienen ist :D)

Der Schreibstil ist zu ungefähr 90% an das Jahrhundert angepasst, allerdings bin ich mir nicht so sicher, ob die High Society in Stuttgart in 1903 schon „äh…“ gesagt hat. Sehr amüsant. ^^ Ansonsten passte es aber wirklich gut, es war weder zu langatmig, noch zu knapp.

Apropos langatmig: Das war es zwar nicht, aber es hatte zwischendurch seine Längen – auch der Grund dafür, dass ich das Buch nicht innerhalb eines Tages beendet habe. *lach* Dafür am übernächsten. xD

 

Die Figuren zu beurteilen, ist ziemlich kompliziert, deshalb dazu nur ganz kurz etwas: Ich mochte Judith als mehr oder weniger Protagonistin sehr gerne, sie denkt ziemlich fortschrittlich und findet schließlich auch einen Gleichgesinnten, was ich auch wirklich gut finde.
Anton und Karl, die vermutlich nächsten Protagonisten – zumindest Anton ist einer -, sind aktuell noch ziemlich jung und ja … was soll ich da sagen? Irgendwie sind sie liebenswert, aber machen halt es viel Mist.
Hélène und Wilhelm – die Eltern – sind irgendwie der Inbegriff der „alten Ordnung“, die scheitert. Aber dazu könnt ihr im Buch mehr nachlesen.
Und zu den anderen Charakteren – Victor, Dorathea, Pauline, Max, Edgar, Alois, Albrecht, … Zu denen sage ich jetzt mal nichts, das würde den Rahmen sprengen. xD

So sieht übrigens Band 2 aus 😀

Zuletzt ein kleiner Kritikpunkt: Das Ende hat mir zu viel offengelassen. Insgeheim hatte ich mich schon auf eine Szene à la „The great Reveal“ gefreut, aber nein… Da war einfach nichts. Ich hoffe, die Autorin hat einfach beschlossen, dieses Thema – das ich jetzt nicht spoilere – mit in das nächste Buch zu nehmen.

 

 

Mein Fazit:
„Die Schokoladenvilla“ ist definitiv ein vielversprechender Auftakt einer Familiensaga, zu der hoffentlich auch bald Band 3 erscheint. xD Das Buch war wirklich toll und die Thematiken rund um Frauen, die ihren Weg finden und historisch aktuelle Ereignisse wurden wirklich gut dargestellt. 😀

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