Gedankenwirrwarr, Selbstliebe und mehr – mein Schuljahresrückblick 2018/19 #storytime

Hallo ihr da draußen,
ich beginne hier gerade einen Beitrag, der so gar nicht zu einem Buchblog passt. Trotzdem schreibe ich ihn, denn ich möchte meine Gedanken einfach mal loswerden. Der Titel verrät eigentlich schon alles: Mein Schuljahr ist vorbei und ich möchte mal ein bisschen resümieren, was so passiert ist.

Die letzten Sommerferien waren total super, der Urlaub in Italien war so toll, dass ich unbedingt wieder dorthin möchte und das Praktikum, das ich danach gemacht habe, hat mir einen ziemlich coolen Job verschafft. 🙂 Ich habe mich auf einmal super mit meinem Papa verstanden, was mir vorher gar nicht so bewusst war. Wir waren andauernd unterwegs und haben Pokémon Go gespielt – und ganz viel geredet. War nicht immer nur rosa Zuckerwatte, aber wichtig.
Die erste Schulwoche (keine Sorge, sooo detailliert werde ich nicht reingehen, aber hier ist es relativ wichtig) fing komplett neu an, denn in der Oberstufe läuft ja einiges anders, als noch in der Mittelstufe. Schon am letzten Tag der ersten Woche war dann aber dieses Ferien-Hochgefühl, was ich noch hatte, vorbei. Futsch. Weg.
Jemand aus meinem Umfeld kam ab diesem Tag für einige Wochen nicht mehr in die Schule, und der Grund dafür hat mich ziemlich runtergezogen. Ich möchte nicht genau darauf eingehen, welcher Grund das war, denn das steht mir nicht zu, finde ich. Aber dieses Ereignis hat dafür gesorgt, dass ich auf einmal angefangen habe, vieles zu hinterfragen. Ich habe das Album von Julia Engelmann rauf und runter gehört und auch einen Spruch gefunden, den ich immer noch in meinem Zimmer hängen habe: „Ich wünschte mir, du könntest dich nur einen Tag mit meinen Augen sehen. Vielleicht würde dir das helfen, und du würdest verstehen, wie gut du bist, so viel besser, als du glaubst, und dass du alles schaffen kannst, wenn du dich nur traust.“
Ich habe das alles mit mir selbst ausgemacht, denn ich hatte ehrlich gesagt nicht wirklich das Gefühl, dass mich da jemand verstehen würde. Inzwischen weiß ich ungefähr, wieso, aber zu dem Zeitpunkt habe ich mich einfach nur zurückgezogen.

Alles ging dann irgendwann seinen gewohnten Trott, auch ich. Ich habe das erste Mal „richtige“ Klausuren geschrieben, dafür aber kaum gelernt (darf ich vorstellen: Anna, das Faultier), und habe immer wieder überlegt, mir wieder einen Blog einzurichten. Spoiler-Alarm: Hab ich auch getan. All diese Gedanken, dieses Grübeln wurde irgendwann weniger, vor allem, weil diese Person nach den Herbstferien auch wieder zur Schule kam.
Im Oktober war ich auf der Frankfurter Buchmesse – das war super -, und danach war eigentlich klar, dass ich wieder einen Blog haben möchte. Bei dem Namen war ich mir noch unsicher, aber auch da hatte ich mich dann entschieden: Federleserlich, angelehnt an „Korrekturleserlich“.
Ich wurde kurze Zeit später angefixt und im November fing ich dann endlich auch damit an, ein bisschen Sport zu machen. Seitdem gehe ich ein bis zweimal die Woche zum Judo und finde es wirklich super!
Kurz nach dem Start von diesem Blog, habe ich dann auch beschlossen, Korrekturleserlich wieder zum Leben zu erwecken. Das war eine, wie ich finde, ziemlich gute Entscheidung, auch wenn ich damit kein Geld verdienen kann. Ich darf dafür am Schaffensprozess von einigen wirklich großartigen Büchern mitwirken und noch dazu meine Besserweisserei voll ausleben. Win-Win würde ich sagen. *lach*

Von Dezember bis Ende Januar ging dann meine zweite Klausurphase, die ungelogen fünf Klausuren in sechs Schultagen umfasste. xD
Ich habe dann doch ein bisschen mehr dafür gelernt und als das dann alles vorbei war, war ich ziemlich durch. Vielleicht haben es einige auf Instagram mitbekommen, aber ich war vor allem kurz vor den Osterferien echt fertig. So fertig, dass ich beim Training wirklich zusammengebrochen bin und nicht mehr aufhören konnte zu heulen. Daraufhin hat mein Trainer meine Gürtelprüfung abgesagt (und verschoben) – auf den ersten Blick vielleicht eine enttäuschende Entscheidung, aber auf den zweiten Blick definitiv die richtige. Vier Wochen später bei der nächsten Prüfung durfte ich dann mitmachen und habe jetzt meinen Weiß-Gelben Gürtel. =)
Aber im Januar war noch etwas, was mich irgendwie zum einen irritiert, zum anderen auch gestresst hat. Ich habe in meinem Schließfach in der Schule einen Liebesbrief gefunden, unterschrieben mit dem Namen eines Klassenkameraden. Irgendwie war ich erstmal voll perplex und ziemlich sicher, dass es nicht von ihm war – ich bezweifle, dass er überhaupt weiß, wo mein Schließfach ist. Außerdem war es weder seine Schrift, noch hat er gesagt, dass der Brief von ihm war (okay, das ist irgendwie klar). Das interessante an diesem „Fall“ ist aber, dass seit diesem Tag in dem Schließfach ein Magnet fehlte. Der drei Wochen später außen wieder dranpappte. Hm. Ich habe versucht, das in einer Geschichte zu „verarbeiten“, ich habe aber nicht bedacht, dass auch Leute aus meinem Jahrgang diese Geschichte auf Wattpad finden können. Erdboden, tu dich auf und verschling mich.
Leider weiß ich bis heute nicht, wer das war, aber in dieser ganzen Situation habe ich mich total verarscht gefühlt – von demjenigen, der das geschrieben hat, aber auch von den Menschen, denen ich mich anvertraut habe, die mich und meine Gedanken dazu nicht ernstgenommen haben. Das war ein Scheißgefühl.

Zum Ende des Schuljahres hin ist nicht mehr wirklich viel passiert, wenn man von dem ausgeht, was die Schule und alles sonst angeht. ich habe mich oft mit meinen Freundinnen getroffen, auch da über vieles nachgedacht und das eine oder andere Gespräch mit jemandem geführt, was mich wirklich nachdenklich gemacht hat – nicht immer auf eine gute Art und Weise – weil ich eine Situation komplett anders wahrgenommen habe, als jemand anderes, weil ich mich scheinbar falsch verhalten habe, weil ich die unsensibelste Kartoffel auf diesem Planeten war. Das ist eine der wichtigsten Erkenntnisse dieses Schuljahres: Ich bin nicht unbedingt die, die jedes einzelne Gefühl des anderen bemerkt und dementsprechend reagiert. Ich bin eher die, die in einem Gespräch mit jemandem, desses Hamster gerade gestorben ist, erwähnt, wie süß doch Hamsterbabys sind.
Das hat dazu geführt, dass ich inzwischen gar nicht mehr versuche, jemanden zu trösten, wenn er traurig ist und ganz viele andere Menschen drumherumstehen. Ich meine, ich kann doch eh nicht besser helfen, als die anderen… Was ich aber tue, ist, denjenigen dann später nochmal anzusprechen und zu fragen, ob ich helfen kann oder derjenige reden will. Eine andere Möglichkeit, diese Unsensibilität zu vermeiden, ist mir leider noch nicht gekommen, und ich finde es echt scheiße, so zu sein – aber wie soll ich es ändern?

Tja, und dann kam die letzte Schulwoche, ich war innerlich schon im Murmeltier-Modus, und alle machten sich irgendwie Stress wegen der Kurse, in denen wir möglicherweise im nächsten Schuljahr sitzen könnten. Wir wissen zwar, welche Fächer wir gewählt haben, aber nicht, mit welchem wir im nächsten Jahr wegfahren werden oder mit welchem Lehrer. An einem Tag nach der Schule meinte irgendwer dann irgendwas über diese Kurse, ich habe mich voll anstecken lassen und war plötzlich wie ein Eichhörnchen auf Speed. Und in der nächsten Sekunde dachte ich mir (dank meiner besten Freundin) „Was machst du da eigentlich?! Das bringt doch gar nichts!“
Ich hatte recht. Was lernen wir daraus? Wenn man am Rande eines Nervenzusammenbruchs steht, kann man sich auch einfach setzen. (Ich hab mir sagen lassen, dass der Spruch ganz gut zu mir passt xD)


Tja, mein Schuljahr war also ein bisschen turbulent, deshalb freue ich mich jetzt auch erstmal richtig auf die Sommerferien. Ich werde wahrscheinlich seeehr viel lesen und auch die eine oder andere Sache ausprobieren – hört ihr Podcasts? Guckt ihr Booktube-Videos? 😛

Was ich aber in diesem Schuljahr gelernt habe, ist: Diese ganzen Jugendbücher, in denen so viel passiert und wo man sich fragt: „Ist das wirklich realistisch?“ Sie haben recht. Sie sind realistisch. Nicht jeder erlebt so etwas mit sechzehn, sondern vielleicht mit vierzehn oder mit achtzehn. Das ist bei jedem anders, weil jeder anders ist, und das ist gut so! ❤

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