Druck – durch Rezensionsexemplare und das wahre Leben #storytime

Hallo ihr Lieben,
während ich diesen Post schreibe, ist es schon 22:56 Uhr und eigentlich sollte ich schlafen, weil ich mich morgen mit einem Freund treffe. Stattdessen möchte ich etwas loswerden – nicht etwa darüber, wie wenig in unserer Welt für dessen Rettung getan wird – zu wenig -, nicht darüber, wie andere ticken im Vergleich dazu, wie ich ticke, und auch über sonst kein Thema, was mir noch durch den Kopf schwirrt. Ich möchte euch ein wenig darüber erzählen, wieso es in den letzten Wochen eigentlich nur Rezensionen hier gab (zumindest kommt es mir so vor).


Ich bin 15 Jahre alt. Schülerin. Ich habe zwar ein(einhalb) Nebenjob(s), aber trotzdem kann ich mir nicht so viele Bücher kaufen, wie ich lesen möchte. Und deshalb freue ich mich immer wahnsinnig, wenn ich ein Buch als Rezensionsexemplar lesen darf. Ich mag es auch sehr, darüber mit anderen Lesern zu diskutieren, zum Beispiel mit euch. Ich freue mich immer wahnsinnig über Kommentare unter meinen Instagram-Posts, das zeigt mir nämlich, dass ihr überhaupt lest, was ich so fabriziere. Das klingt schräg, ich weiß, aber ich habe einfach manchmal ein paar Gedanken, die ich nicht abschütteln kann. Etwa, dass ich zwar stolz darauf bin, Bloggerin zu sein, aber trotzdem teilweise nicht weiß, ob und wie ihr als meine Leser (das klingt echt schräg) auf mich und meine Beiträge reagiert. Ich denke, dieser Post wird für euch schon mal interessanter sein, als all die Rezensionen, die ich schreibe.
Aber: Rezensionsexemplare sind auch mit Druck verbunden.


Am Anfang, also im November ungefähr, habe ich ziemlich klar gesagt: „Ich bin kein Fan von Rezensionen, deshalb möchte ich auch keine Rezensionsexemplare bekommen.“ Ich wünschte manchmal, ich wäre tatsächlich so knallhart, das durchzuziehen.
Die Gründe für diese Haltung waren für mich ganz klar: Wer liest solche Rezensionen? Vor allem, wenn man das Buch gar nicht kennt… Und die Rezi dann auch noch auf einem Blog, und nicht etwa bei Instagram gepostet wird. Es kann sein, dass ich da von mir auf andere schließe, aber ich lese kaum Rezensionen. Ich nehme mir immer vor, mehr auf anderen Blogs aktiv zu sein – ich folge auch einigen hier bei WordPress -, aber ich schaffe es einfach nicht. Vielleicht ist es mir auch nicht wichtig genug.
Aber zurück zu meiner Aussage. Ich wollte einfach selbstbestimmt lesen, ohne Druck und ohne, dass ich wirklich etwas dafür schreiben „muss“. Tja, aber irgendwann habe ich trotzdem wieder damit angefangen – wieder, weil ich schon vor einiger Zeit gebloggt und rezensiert habe.
In den ersten Monaten dieses Jahres waren es nicht so viele Rezensionen, aber im April und Mai hat es sich jetzt wieder gehäuft.

Auf einmal waren da so viele Bücher, die ich lesen wollte, so viele Autoren, die ich unterstützen wollte, und schon hatte ich 15 Rezensionsexemplare für den Mai (der Fairness halber muss man sagen, dass einige auch jetzt erst angekommen sind und ich die Rezis erst im Juni schreiben werde).
Allein diese Zahl hat mich unfassbar gestresst, tut sie immer noch. Dadurch habe ich das Gefühl, eine Liste abzuarbeiten – was ja auch so ist. Aber ich lese dadurch viel mehr, was einerseits ganz cool ist, andererseits ist es aber auch zu viel. Versteht mich nicht falsch: Es macht mir immer noch Spaß, aber es ist ein bisschen wie mit Eis.
Müsstet ihr zwei Kilogramm Schokoladeneis innerhalb von einem halben Tag essen, wärt ihr vermutlich auch gestresst. Aber würdet ihr deshalb beim nächsten Besuch der Eisdiele auf einmal Vanille bestellen, obwohl ihr Schokolade so gern mögt?


Ich muss ganz ehrlich sagen: An diesem Punkt weiß ich schon gar nicht mehr, was genau ich euch mit diesem Post sagen mochte. Dass ich durch Rezensionsexemplare einen ziemlich großen Druck hatte? Ja, wahrscheinlich. Dass ich euch empfehle, euch nicht so einen Druck zu machen. Auch, aber irgendwie auch nicht.


 

Im April war ich total gestresst, weil ich mitten in der Klausurphase steckte, zu wenig schlief und dann auch noch meine allererste Judo-Prüfung kurz vor den Osterferien anstand. Sowas kann ich immer gut verdrängen, aber nur solange, wie ich nicht an meine Grenzen komme. Heißt im Klartext: Nicht nur einmal bin ich beim Judo-Training fast in Tränen ausgebrochen. Einmal ist das tatsächlich passiert. Das war mir total peinlich, aber glücklicherweise hat mich nie jemand darauf angesprochen.
Meinem Trainer blieb das natürlich nicht verborgen (glaube ich), denn er sagte mir, dass ich dieses Mal keine Prüfung machen würde. In dieser Situation war ich wieder den Tränen nahe, aber nur ein paar Stunden später war mir absolut glasklar, dass das die richtige Entscheidung war.
Jetzt, am letzten Freitag, habe ich nun meine Prüfung zum nächsthöheren Gurt (weißgelb) erfolgreich bestanden. Und wisst ihr was? Zwischen den Osterferien und jetzt bin ich vielleicht einmal kurz davor gewesen, zu weinen, und das auch nur, weil ein 90 kg-schwerer Judoka schön über meinen Magen gerollt ist. Das ist etwas, auf das ich wenig stolz bin, denn es heißt, dass ich auf meinen Körper gehört habe, dass ich daraus lerne. Und das werde ich auch jetzt wieder tun.


Was im April Prüfungsstress war, ist jetzt im Mai Rezistress gewesen. Zwar war es definitiv weniger extrem, aber eben auch einfach anders. Ich weiß wirklich nicht, wie ich es beschreiben kann, wie es mir damit ging, aber ich möchte das auf keinen Fall noch einmal so haben. Ich habe unbewusst viel weniger mit meinen Freunden gemacht, im Unterricht mein Bullet Journal aktualisiert (Rezensionen eingetragen zum Beispiel) und wurde wieder zu dem einsiedlerischen Nerd, der ich früher schon mal war – als ich meinen alten Blog hatte, und ähnlich viel gelesen habe. Dabei finde ich es viel cooler, der nerdige, girlige Nerd zu sein, der ich bin. Der Nerd, der mit Freunden auch über anderes, als über Bücher und sich selbst spricht. Und ich möchte auch nicht schweigen, weil ich so in meine „Probleme“ und Gedanken vertieft bin, denn ich habe so viel zu sagen! Umweltschutz, Feminismus, Selbstbewusstsein – alles Themen, zu denen ich etwas sagen will. Dafür hatte ich in diesen letzten Wochen nicht wirklich Zeit.

 


Mein Ziel für den Juni und die nächsten Monate: Weniger Rezensionsexemplare, weniger Einsiedligkeit, mich zu mehr aufzuraffen, mehr Engagement, lauter sein!


 

Tja… Das war eigentlich anders geplant gewesen. Eigentlich sollte es in diesem Post mehr um Rezensionsexemplare, als um mich und mein Leben gehen. Aber irgendwie passt es zusammen und ich bin zufrieden damit.
Weil er persönlich ist.
Weil er absolut ehrlich ist.
Weil ich hoffe, dass ihr daraus etwas mitnehmen können.

Nicht etwa „Macht euch keinen Druck“, sondern:

Nehmt euch nicht zu viel vor. Kommt zwar aus eurer Komfortzone, aber vergesst niemals, dass es diese gibt und dass ihr euch auch dorthin zurückziehen dürft. Nicht alles, was man machen kann, muss man auch tun. Ihr habt die Wahl, ihr könnt entscheiden!

Mit diesen Glückskeks-Sprüchen wünsche ich euch einen wunderschönen Sonntag! ❤

 

PS: Vergesst nicht, zu wählen! Es ist so wichtig, dass ihr Europa mitgestaltet! Aber bitte denkt dabei daran, dass ihr die Zukunft meiner Generation ebenfalls mitgestaltet – entweder auf gute Art und Weise, oder auf schlechte. Tut es auf die gute Art und Weise. Bitte.

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2 Gedanken zu “Druck – durch Rezensionsexemplare und das wahre Leben #storytime

  1. Hey du,
    ich fühle mit dir :* Am Anfang habe ich kaum ein Rezensionsexemplar gekriegt und habe deswegen überall was angefragt und plötzlich stand ich vor einem großen Haufen, über den ich mich auf der einen Seite sehr gefreut habe aber auf der anderen Seite hat er mir auch angst gemacht.
    Ich liebe es Autoren unterstützen zu können und natürlich freue ich mich über ein Rezensionsexemplar aber man darf sich wirklich nicht zu viel vornehmen. Ich möchte es auch nächsten Monat etwas gesitteter angehen mit den Anfragen etc. weil jetzt gerade habe ich noch fünf offene Rezensionen :O
    Wir beide schaffen das 🙂
    Liebe Grüße,
    Paula Josina

    Liken

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