Posttraumatische Belastungsstörung – Blogtour zu „Eisrosengeheimnis“ und „Sommerregengeheimnis“

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Hallo ihr Lieben,
wer mir bei Instagram folgt (was ihr tun solltet, wenn ihr nichts verpassen wollt, denn da bin ich definitiv am aktivsten xD), hat vielleicht schon mitbekommen, dass ich Teil eisrosengeheimnisdes Bloggerteams von Sabrina Heilmann sein und an ihrer Blogtour zu ihren aktuellen Büchern teilnehmen darf. Es handelt sich um die Bücher „Eisrosengeheimnis“ und „Sommerregengeheimnis“ – die beiden spielen zwar im selben „Universum“, können aber unabhängig voneinander gelesen werdet – tut es, Leute, die Bücher sind echt toll! ❤

Ein zentrales Thema in beiden Büchern ist die posttraumatische Belastungsstörung. Jana, die Protagonistin aus „Eisrosengeheimnis“, die sommerregengeheimnisnatürlich auch in „Sommerregengeheimnis“ vorkommt, ist nämlich davon betroffen. Inwiefern, das werde ich euch jetzt nicht verraten (dazu müsst ihr das Buch – oder besser, die Bücher – selbst lesen), aber ich möchte euch anhand ihres „Fallbeispiels“ ein bisschen erklären, was PTBS überhaupt ist.

Achtung: Ich bin keine Expertin, was dieses Thema angeht und dieser Artikel hilft auch nur bedingt bei der Selbstdiagnose – wenn überhaupt.

Unter der Posttraumatischen Belastungsstörung (auch PTBS) versteht man eine psychische Erkrankung, die meist ca. ein halbes Jahr nach einem traumatischen Ereignis auftreten kann, aber nicht muss (sie kann sogar erst Jahre später auftauchen). Das heißt, nicht jedes traumatische Ereignis löst eine PTBS aus. „Posttraumatisch“ heißt es übrigens, weil es eben nach einem Trauma auftritt. Dabei handelt es sich um eine vollkommen natürlich Art und Weise, dieses Ereignis zu verarbeiten, das kann durchaus auch bei psychisch komplett stabilen Personen vorkommen, wie beispielsweise Jana eine war, bis zu jenem schicksalhaften Tag – auf den ich nicht näher eingehen werde. 😛

 

Risiko- und Schutzfaktoren

Es gibt einige Faktoren, die eine PTBS begünstigen können, dazu zählen zum Beispiel ein schlechtes Verhältnis zu den Eltern, sogenannte Dissozialität (also ein anormales Sozialverhalten) und genauso auch wenig Kontakt zu dem eigenen Umfeld. All das lag bei Jana allerdings nicht vor, sie war ein lebenslustiger Mensch, der Pläne für die Zukunft und viel Kontakt zu all ihren Mitmenschen hatte. Sie erfüllte also einige Schutzfaktoren vor PTBS: ein gutes Verhältnis zu ihrer Familie und ihren Mitmenschen, hat eine gute Schulbildung und generell eben eine positive Lebenseinstellung. Das beweist allerdings nur, dass all diese Angaben nicht „fest“ gesehen werden dürfen, sondern immer nur ein Durchschnittswert sind. Durchschnittlich erfüllen Menschen mit PTBS diese Kriterien nicht.

 

Symptome

Ganz oft haben PTBS-Patienten Flashbacks oder (Alb-)Träume an das Auslöser-Ereignis – Sabrina Heilmann stellt dies in „Eisrosengeheimnis“ durch rückblickende Kapitel sehr gut dar, Jana leidet also auch daran. Vermeidung ist aber genauso ein Thema – auch wenn ich euch jetzt nicht erklären kann, was genau Jana vermeidet/versucht zu vermeiden. Allgemein gesagt ist es aber so, dass PTBS-Patienten dem Auslöser ihres Traumas (bei ehemaligen Soldaten könnten das zum Beispiel Waffen sein) aus dem Weg geht, oder es zumindest versucht. Bei einigen Dingen ist das allerdings unmöglich, daran muss derjenige dann wahrscheinlich mit einem Psychologen arbeiten. Dieses Vermeiden hat zur Folge, dass die Patienten innerlich abstumpfen, was man auch bei Jana beobachten kann.
Ganz oft wird in Artikeln über die posttraumatische Belastungsstörung auch erwähnt, dass Betroffene Schlafstörungen haben. Diese Schlafstörungen hat Jana auch, und das nicht gerade in geringem Maße: Zu Beginn des Buches ist sie ständig müde und lustlos. Der allerdings fast schon wichtigste Punkt ist die Verhaltensauffälligkeit. PTBS-Betroffene verändern oft ihr gesamtes Verhalten, so wie Jana ihre durchweg positive Lebenseinstellung aufgibt und zu einem Schatten ihrer selbst wird.

 

Nach einer Diagnose

So, jetzt wissen wir schon einiges über PTBS, aber was passiert nach der Diagnose, wenn der Patient weiß, was er hat?
Wie gesagt, ich bin keine Spezialistin, lest das hier also bitte nicht also Gebrauchsanweisung!
Es ist wichtig, dass der Betroffene sich Hilfe sucht, entweder durch einen Psychologen – das kann sowohl stationär, als auch ambulant erfolgen -, manchmal reicht aber auch einfach die Unterstützung durch das familiäre Umfeld.
Stationär wird jemand aber meist vor allem dann behandelt, wenn er auch noch zum Beispiel Depressionen hat oder suizidgefährdet wirkt.
Mit dem Psychologen wird sich dann langsam an das Trauma herangetastet und versucht, es zu verarbeiten, Erinnerungen zu kontrollieren und all das als „Teil seines Lebens“ anzuerkennen, dass bedeutet, der Patient muss sich damit abfinden. Der Psychologe wird auch versuchen, mit dem Betroffenen alles soweit aufzuarbeiten, dass er seine Schuldgefühle, die in ziemlich vielen Fällen, wie beispielsweise bei Unfällen oder Misshandlung „unbegründet“ auftreten (das sieht der Betroffene natürlich anders), abbauen kann und wieder in sein Leben zurückfindet.

Bei Jana sah es so aus, dass ihre Schwester Jessy sie zum Arzt gebracht hat, weil sie nicht mehr mitansehen konnte, wie schlecht es Jana ging. Der Arzt hat dann die Diagnose PTBS gestellt und Jana kam zu einer Psychologin, Dr. Yvette Schneider, die dann mit Jana gearbeitet und ihr auch Hausaufgaben gegeben hat, die dabei geholfen haben, dass es Jana besser ging, auch wenn sie selbst nicht unbedingt überzeugt davon war.

 

Statistiken

Laut verschiedener Quellen entwickeln 50 % der Kriegs-, Vergewaltigungs- und Folteropfer, 25 % der Opfer von Gewaltverbrechen, 20 % der Soldaten nach Kampfeinsätzen und 10 % der Menschen, die einen schweren Verkehrsunfall oder eine lebensbedrohliche Erkrankung hinter sich haben, eine posttraumatische Belastungsstörung.
Etwa 2% der Bevölkerung in Deutschland, also ungefähr 1,6 Millionen Menschen, haben einmal im Leben eine posttraumatische Belastungsstörung, weltweit gesehen sind es ca. 8%.

 


Was mir bei der Recherche für diesen Artikel aufgefallen ist: Nehmen wir mal den Wikipedia-Artikel über PTBS. Dort sind sowohl Symptome und Anfälligkeiten, als auch Risikofaktoren genannt, genauso wie bei einer, wie vielleicht viele sagen würden „richtigen Krankheit“. Das zeigt doch mal wieder, wie „richtig“, wie real psychische Erkrankungen sind. Um es mit Julia Engelmann zu sagen:

Und eins noch: Mit ’nem Beinbruch gehst du auch zum Orthopäden
Deshalb kannst du ja vielleicht mal mit ’nem Psychologen reden?!
Deshalb bist du nicht verrückt, also auch nicht mehr als ich

(aus dem Poetry Slam „Grapefruit“)

Mit diesen Worten: Ich hoffe, ich konnte euch diese Krankheit ein bisschen näher bringen und vielleicht schaut ihr ja auch mal bei den anderen Bloggern der Blogtour vorbei.

05. April: BuchClub Blog – Vorstellung von „Eisrosengeheimnis“
06. April: Bookswelt of Love – Protagonistenvorstellung von Jana
08. April: Leben mit Büchern/Lesejunkie – Tour durch Dresden
09. April: Team Buchmagie – Vorstellung von „Sommerregengeheimnis“
10. April: Heartbeatlines – Protagonistenvorstellung von Silke
11. April: Jim & Katy’s Buchgeflüster – Depressionen
12. April: Purley Inkbooks – Verbindung von Eisrosen und Sommerregen
13. April: Nicci’s Bücherwelt – Verbotene Beziehung zwischen Psychologe und Patientin
14. April: Meli’s Bücherträume – Romane als Bühne für psychische Krankheiten

 

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Posttraumatische_Belastungsst%C3%B6rung
https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/
https://www.gesundheitsinformation.de/posttraumatische-belastungsstoerung
(letzter Zugriff: 06. April 2019, 18:20 Uhr)

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