Sommerlich leicht? Mööp – Rezension zu „Das kleine Café im Gutshaus“

Hallo ihr Lieben,
ich habe endlich mal wieder eine Rezension für euch. Ich habe im letzten Monat ziemlich viel für mich gelesen und jedes Mal eine Rezi zu schreiben, fand ich dann doch irgendwie nicht so sinnvoll – vor allem nicht, wenn es sowieso kaum jemand liest. Lest ihr überhaupt gern Rezensionen?
Ich persönlich finde es nicht sooo optimal, wenn man einem Blog folgt, der jeden Tag gefühlt drei Rezensionen posten. Aber wie seht ihr das?

Jetzt aber erstmal zum Buch:
Ich habe letzte Woche „Das kleine Café im Gutshaus“ von Julie Shackman gelesen. Es ist am 4. März 2019 bei Forever (also Ullstein) erschienen und bisher nur als eBook verfügbar (für 4,99€), die broschierte Ausgabe erscheint aber auch noch und kostet dann 12€.

Hier habe ich mal den Klappentext für euch:

kleines caféSchottland, eine junge Frau und ihr großer Traum vom Backen
Nach einer gescheiterten Beziehung kehrt Lara McDonald in ihre kleine Heimatstadt in Schottland zurück, um ihren Traum Bäckerin zu werden zu verwirklichen. Sie nimmt eine Stelle in einem Café an und versucht ihre Chefin von ihren neuen Backideen zu überzeugen. Doch die alte Dame ist alles andere als begeistert. Zum Glück lernt Lara im Café Lord Hugo Carmichael kennen, einen Stammkunden, den sie ins Herz schließt. Als Hugo überraschend verstirbt, erfährt sie, dass der alte Lord sie in seinem Testament erwähnt hat. Doch bei der Verlesung auf dem erhabenen Glenlovatt Manor erwartet Lara nicht nur eine neue Chance, sondern auch Hugos gutaussehender Enkel, der wenig erfreut über ihre Einmischung auf dem Gut ist.

 

Der Klappentext klang für mich ziemlich interessant, deshalb habe ich es auch bei Netgalley angefragt und es wurde bestätigt – das hat mich schon mal ziemlich gefreut, denn ich hatte an dem Tag total Bock auf eine sommerlich leichte Geschichte über ein Café und ein altes Herrenhaus – und eine Liebesgeschichte.

Anfangs habe ich die Stirn gerunzelt, weil ich nicht richtig in die Geschichte reinkam. Die Hauptfigur, Lara, erwähnt alle wichtigen Dinge, die in der Vergangenheit passiert sind, die ihr Verhalten eigentlich erklären sollten, in Nebensätzen, in Halbsätzen. Das hat mich extrem genervt und irritiert, weil ich sowas schnell mal überlese und vergesse.

Die Figuren waren nicht unbedingt beständig und ich hatte auch nicht das Gefühl, dass sie mit Bedacht gewählt wurden. Im Deutschunterricht habe ich mal gelernt, dass in einigen Arten von geschriebenen Werken möglichst wenig Charaktere ausgewählt werden, um unter anderem den Leser nicht zu überfordern. Tja, das wusste die Autorin wohl nicht. Für mich hat es sich nämlich so gelesen, als hätte sie immer dann eine neue Figur eingebracht, wenn sie sich gerade dachte: „Oh, hier könnte man noch eine Figur auftauchen lassen. Welche passen könnte? Weiß ich nicht, ich nehm einfach eine neue.“ Das passendste Wort dafür ist tatsächlich „wahllos“, anders kann ich es nicht beschreiben.

Die Hauptfigur selbst, Lara, hat mich irgendwie gar nicht überzeugen können. Ich kann mich mit vielen, total verschiedenen Protas identifizieren, aber bei Lara… War damit nix. Nada. Ich konnte sie nicht wirklich verstehen, nicht nachvollziehen. Teilweise war sie zwar „normal“, aber ihr Verhalten in verschiedenen Situationen hat mich echt den Kopf schütteln lassen. Ebenso ging es mir aber auch bei dem Love Interest: Vance (?) war in den ersten Kapiteln – wovon es übrigens viel zu viele gab – noch der grantige Brummbär, der sie nicht mochte. Dann, auf einmal – puff! – schrie er seine Gefühle quasi in die ganze Welt hinaus und wollte sie auf einmal so sehr. What?! Ein bisschen zu plötzlich, würde ich mal sagen…

Auch rein objektiv ist der Inhalt einfach ein bisschen too much, nachdem man die Geschichte kennt. Hugo, der Adlige, vererbt einer völlig fremden Verkäuferin, die er beim ersten Treffen auch noch richtig bescheuert behandelt hat, ein Atelier – das seiner verstorbenen Schwiegertochter. Der dazugehörige Witwer hatte übrigens nichts dagegen, hat nicht mal mit der Wimper gezuckt. Na ja. Aber dann passieren auch noch ein paar andere Dinge, die alles zusammen dann einfach zu viel sind und wieder wahllos wirken. Da haben wir es wieder: Wahllos.

Zudem gibt es noch kurze Sequenzen, die in der Vergangenheit spielen. Drei Stück. Drei. Stück. Da fällt mir wieder nur ein Wort ein. Wisst ihr, welches? Richtig. Wahllos. Es wirkt so, als hätte die Autorin diese Einblicke unbedingt einbauen wollen, es wirkt aber wie nichts Halbes und nichts Ganzes. Es hätte Potenzial gehabt, aber dieses Potenzial wurde scheinbar gar nicht erst erkannt.

 

Mein Fazit:
Für meine Verhältnisse war das schon ein ziemlicher Flop, das muss ich ehrlich sagen. Ich habe keine hohen Ansprüche an ein Buch, aber dieses hier konnte mich echt gar nicht begeistern. Zum Ende hin habe ich mich nur noch durchgequält, weil ich wusste, dass ich eine Rezi schreiben muss. Es ist ein leichtes Buch, ja, aber es hat schon eine sehr starke Tendenz zu platt. Echt schade.

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